MARSCH DER ENTSCHLOSSENHEIT – Genug ist Genug!
Während des Buy Local Summit am Montag, den 17. März, ergriffen einige der renommiertesten Luxusmodedesigner Südafrikas eine mutige Haltung gegen die Flut gefälschter Waren im Land. Angeführt von @proudlySouthAfrica, forderten Design Ikonen wie Palesa Mokubung, David Tlale, Craig Jacobs, Mzukisi Mbane, Londeka Buthelezi-Ndaba, LGBTQ+ activist Thami Dish gemeinsam die Regierung auf, strengere Maßnahmen zum Schutz der Integrität der lokalen Modeindustrie zu ergreifen. Dies ist mehr als nur ein Protest – es ist der erste Schritt zur wirtschaftlichen Emanzipation der afrikanischen Modebewegung!
Stilvoll und voller Entschlossenheit sind diese Designer:innen nicht nur Trendsetter – sie sind Wegbereiter eines Wandels, die für Authentizität und die Zukunft der südafrikanischen Mode kämpfen. Gefälschte Waren, Ultra Fast Fashion stehlen unsere Kreativität, unsere Wirtschaftskraft und unsere Identität. Es ist Zeit für Veränderung! Eine klare Forderung, die nicht mehr ignoriert werden kann.
Dieser Protest ist ein klares Zeichen: Die afrikanische Modebewegung ist nicht mer aufzuhalten und sollte nicht länger übersehen werden. Die globale Modeindustrie muss erkennen, dass sie nicht weiterhin auf Kosten der Designer:innen profitieren kann. Lokale Modeunternehmen in Metropolen wie Johannesburg kämpfen mit unfairen Handelsverträgen, die sie zur Schließung von Manufakturen zwingen. Verbraucher:innen müssen aufwachen und „Made in Africa“ wertschätzen.
Für viele südafrikanische Konsumenten bleibt der Kauf lokaler Mode jedoch eine Herausforderung, da die Preise oft zu hoch sind. Die Definition der Mittelschicht variiert je nach Institution: Laut dem Bureau for Economic Research (BER) gelten Haushalte mit einem Einkommen zwischen 5.000 und 20.000 Rand pro Monat als Teil der Mittelschicht. businesstech.co.za
Das Liberty Institute of Strategic Marketing der Universität Kapstadt schlägt hingegen vor, dass ein Haushalt mindestens 22.000 Rand pro Monat verdienen müsste, um als Mittelschicht zu gelten. IOL | News that Connects South Africans
Mit diesem Einkommen, von 22.000 Rand, das am 20. März 2025 etwa 1.114,74 € entspricht, wird das Dilemma deutlich: Lokale Produkte sind teurer als importierte Waren aus China, den USA oder Europa. Zudem zerstören Second-Hand-Märkte zusätzlich das Geschäft lokaler Designer:innen.
Was bedeutet diese globale Herausforderung für die westlichen Verbraucher:innen? Welche Haltung sollte die Diaspora einnehmen, um die wirtschaftliche Emanzipation der Designer:innen zu fördern? Welche politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lösungen sind notwendig, um diese unausgewogenen Machtstrukturen aufzubrechen?
Genug ist genug! Eine dynamische und lebendige Modeszene fordert ihre Rechte ein und erhebt ihre Stimme. Die zentrale Frage ist nun: Welche langfristigen Konsequenzen hat dieser Kampf, und wie können wir die Lücken zwischen wirtschaftlicher Verantwortung und solidarischer Handelsweise schließen?
Die Textilimporte Südafrikas sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Im Jahr 2024 importierte das Land Textilien im Wert von rund 65,5 Milliarden Rand (ca. 3,55 Milliarden US-Dollar), was einem Anstieg von 10 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser Trend spiegelt sowohl die steigende Inlandsnachfrage als auch die Herausforderungen der lokalen Produktion wider. China bleibt mit Importen im Wert von 1,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 der führende Lieferant. Weitere bedeutende Lieferländer sind Eswatini, Lesotho, Indien und Mauritius.
Die Abhängigkeit von Importen macht deutlich, dass lokale Produktion dringend gestärkt werden muss, insbesondere angesichts der Importzölle von bis zu 40 % auf Stoffe und Kleidung. Dies bietet eine große Investitionschance für Südafrikas Bekleidungs- und Textilindustrie, um die Importabhängigkeit zu reduzieren und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Langfristig würde dies die Produktionskosten für Designer:innen senken und Mode aus lokaler Herstellung für Konsumenten erschwinglicher machen.
Um ein nachhaltiges Ökosystem für Designer:innen und lokale Produzenten zu schaffen, ist ein ganzheitlicher, gemeinschaftsorientierter Ansatz erforderlich. Der Aufbau starker, komplementärer Verbindungen entlang der gesamten textilen Wertschöpfungskette – von der Rohstoffbeschaffung bis zum Endverbrauch – wird lokale Wertschöpfung fördern und stabile Arbeitsplätze schaffen. Es ist an der Zeit, Lösungen zu entwickeln, die aktiv wirtschaftliche und soziale Inklusion vorantreiben.
„Heute machen wir den ersten Schritt und fordern die Regierung auf, mit uns zusammenzuarbeiten. Wir wollen, dass sich die gesamte Gemeinschaft uns anschließt. Mehr als alles andere zeigen wir, dass wir stolze Südafrikaner:innen sind – und wir haben das Potenzial, Großes zu erreichen“, erklärte Designer David Tlale.
Die Bewegung gewinnt an Dynamik. Die eigentliche Frage ist: Wird die Welt Afrikas kreative Souveränität anerkennen und konkrete Maßnahmen ergreifen – oder wird sie weiterhin ihre künstlerische und wirtschaftliche Kraft ausbeuten und untergraben?
Stilvolle Front der Protestierenden


Buy Local Sumit


Bilder @nnombusokumalo @proudly.sa
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